Möbelwachs selbst hergestellt (Update)

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Ich habe keine Ahnung vom Holz-Finish. Zu dieser Aussage kommt jeder, der einmal im Baumarkt nach einem passenden Finish für seine gebauten Holzprojekte sucht. Hartwachs! Oder doch lieber ein Öl? Beize vielleicht – reicht diese alleine aus? Keine Ahnung. Auch wenn Wissen aus dem Internet mit Vorsicht zu genießen ist (ähnlich wie Fernsehen bildet), bietet sich jedem, der weiß, wonach er sucht, eine Fülle an Infos.

Ich habe schon öfter mal Videos von Herrn Greef verlinkt – einem Möbelrestaurator, der Möbel der Zeit entsprechend und authentisch bearbeitet. Über sein Video Möbel Ölen, Wachsen oder Polieren bin ich zur Idee gekommen, meine Hobelbank nach ihrem letzten Schliff mit Bienenwachs zu streichen.

Doch selbst mit der Vorstellung Ich kaufe Bienenwachs ist man im Baumarkt schnell verloren. Scheinbar gibt es noch keine gesetzliche Pflicht, auch alle Inhaltsstoffe auf der Packung anzugeben. So bleibt immer der fade Beigeschmack: außer Lösungsmittel nichts gewesen.

Frisch angesetzt

Ja, ich weiß, gerade heute gilt: wenn es ordentlich werden soll, mach’s dir selbst. Dass darunter auch Möbelwachs fällt, hätte ich nicht unbedingt erwartet. Seis drum. Also 100%igen Bienenwachs sowie Balsamterpentinöl (kein Terpentin-Ersatz!) bestellt, ein passendes Gefäß finden (altes Gurkenglas für 1,55 Liter) und rein damit. Mehr natürlich geht nicht.

So schnell geht das natürlich nur, wenn der Wachs in Stückchen (Pellets, Granulat) vorliegt und selbst dann dauert es Stunden bis Tage, bis das Terpentinöl den Wachs aufgelöst hat. Und sofern man nicht wie ich versucht, die Bienenwachs-Pellets erst zum schmelzen zu bringen. Ist man nicht geduldig genug, entstehen nur Klumpen.

Nach ein paar Stunden

Im Verhältnis 400g Bienenwachs zu 1L Terpentinöl sollte eine mit einem Pinsel auftragbare Konsistenz erreicht werden können. Für eine eher feste Konsistenz wird zu 700g Bienenwachs bei gleicher Menge Terpentinöl geraten. Dazu gibt es natürlich auch Video von Herrn Greef. Andere Videos raten gerade in Bezug auf die Bienenwachs-Pellets eher zu einem vollen Glas Pellets, das dann zur Hälfte mit Terpentinöl aufgefüllt wird. Hier muss man also experimentieren.

Mein Ansatz aus 500g Bienenwachs-Pellets und 1L Balsamterpentinöl sieht nach einigen Stunden bereits vielversprechend aus, dürfte aber trotzdem etliche Tage brauchen.

Schaun wir mal, ob was brauchbares bei rumkommt!

 

Nach 48 Stunden

Update: zwei Tage später sieht das ganze zwar noch nicht ganz homogen aber schon sehr brauchbar aus!

Übrigens: die Bienenwachs-Pellets riechen mal so überhaupt nicht nach Honig. Deswegen hatte der Artikel auch schlechte Bewertungen bei Amazon erhalten, da viele daraus Bienenwachskerzen oder Kosmetika machen wollten.

Der eher penetrante Geruch wurde zum Glück vom Terpentinöl komplett überdeckt. Was allerdings passiert, wenn das Terpentin als Lösungsmittel nach dem Auftrag verflogen ist, wird sich dann zeigen.

 

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