Hobelbank einsatzbereit

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Da gibt es noch einiges zu tun, aber die Hobelbank ist ab diesem Wochenende prinzipiell einsatzbereit. Nachdem die Fichtenbalken für die Tischplatte zurechtgehobelt wurden, wurden diese heute zusammengeklebt und lediglich im Bereich der “Kuhle” (engl. Wellboard) ausgespart. Da es draußen zu kalt war, wurden die Balken im Wohnzimmer verklebt und an drei Punkten mit langen Torx-Schrauben zusätzlich verschraubt. Durch die Schrauben konnte der eine oder andere, störrische Balken in eine gerade Bahn gezwungen werden.

Danach sah die Tischplatte so aus:

Gut zu sehen ist der Falz, der später ein einfaches Fichtenbrett mit 18mm Stärke aufnimmt. Dadurch ergibt sich die oben erwähnte “Kuhle” für Werkzeug und Kleinkram – der sonst ständig herunterfallen würde.

Zu den beiden Seitenteilen gibt es leider keine Fotos, aber es sind die größten Balken, die ich mit meinem derzeitigen Werkzeug gerade noch bearbeiten konnte: 10×7,5cm Fichtenbalken.

Anstatt die Querstreben über Zapfenverbindungen der herkömmlichen Art zu verbinden, habe ich mir von Matthias Wandel eine etwas modernere Variante abgeschaut: Querbalken und Tischbein so auf dem Tisch ausrichten, dass es passt und dann direkt mit einem 20er Schlangenbohrer (Japanbohrer) durch das Tischbein in die Stirnseite der Querstrebe bohren. Pro Verbindung zwei Löcher, jeweils leicht versetzt (ich habe mir dafür eine einfache Schablone hergestellt). Dann Buchenrundholz auf Länge geschnitten, an einer Seite leicht plan geschliffen und mit viel Leim und einem Holzhammer einklopfen. Das wird ein Leben lang halten.

Die Tischplatte ist an vier Punkten mit jeweils zwei der obigen Torx-Schrauben direkt mit der Stirnseite der Tischbeine verbunden. Später ist mir eingefallen, dass ich dafür wohl besser 10mm Einschraubmuttern in den Stirnseiten und M10-Sechskantschrauben verwendet hätte. Aber auch so dürfte das halten. Geklebt ist die Tischplatte jedoch nicht auf die Seitenteile, falls ich den Tisch einmal wieder auseinander nehmen muss. Die Schrauben sitzen um 2-3cm versenkt, so dass die Löcher bequem mit 20mm Buchenrundholz geschlossen werden können.

Danach musste nur noch die Tischplatte plan gehobelt werden. Dafür habe ich mir extra eine Rauhbank gekauft (das lange Ding aus Holz), bin später aber sehr gut mit dem 4 1/2 Stanley Hobel (der kleinere Hobel aus Metall) zurecht gekommen. Das war sehr anstrengend, aber mit keinem Elektrowerkzeug ähnlich gut zu bewerkstelligen gewesen. Die Hobelspäne, in denen ich danach knöcheltief stand, sind als Grillanzünder vorgesehen. :-)

Auch der Spear & Jackson Schraubstock mit Quick Release ist bereits angeschraubt (die kleine Version, 18cm breit, knapp 10kg schwer – ist ja auch eher eine kleine Hobelbank) und es fehlen nur noch an beiden Backen Holzeinsätze mit Lederbezug.

Es folgen noch Längsstreben, die zusätzliche Stabilität sowie die Möglichkeit einer Zwischenplatte geben sollen. Außerdem wird die Oberfläche noch geschliffen und gewachst. Im Baumarkt gab es jedoch kein Produkt mit vollständigen Inhaltsangaben, das mir vertrauenerweckend vorkam, also rühre ich mir in den nächsten Tagen auch noch das Möbelwachs aus 100% Bienenwachs und reinem Balsamterpentinöl zusammen. Wie das geht, zeigt Lothar Jansen-Greef auf seinem YouTube Kanal.

Geplant waren weiterhin vorne und hinten sog. Schürzen (20-30cm hoch), welche die Tischplatte mit den Seitenteilen verbinden sollten, doch dann kann ich seitlich keine Zwingen mehr anbringen. Darauf wollte ich aber nicht verzichten, daher wird es unter dem Tisch entsprechende Balken geben.

Die Bank wiegt aber schon jetzt soviel, das man sie kaum alleine bewegen kann, daher überlege ich mir noch ein System, von unten Rollen bei Bedarf auszufahren. Auf keinen Fall soll die Bank aber permanent auf Rollen stehen, sonst würde ich mir die gewonnene Stabilität wieder zunichte machen.

Dennoch: schon jetzt wackelt an der Bank nichts, auch wenn es mal rau mit dem Hammer zu Werke geht – das vierte Tischbein ist per Einschraubmutter und eines justierbaren Metallfußes höhenverstellbar. Genau so wollte ich das haben! :-)

Gelernt habe ich, dass – sollte mir das Hobby auf Dauer gefallen – ich nicht an einer ordentlichen Tischkreissäge vorbei kommen werde. In der engeren Wahl sind zwei Maschinen: entweder die Dewalt DW745 oder die Bosch GTS 10 J. Es wird die werden, die es zuerst in einem guten Angebot gibt. Sprich, entweder bei Amazon im Rahmen einer Aktion oder wenn es im Globus Baumarkt wieder 20% gibt. Ich tendiere aber wegen der deutlich höheren Schnittkapazität und des genialen Parallelanschlags zur Dewalt, auch wenn bei dieser für das Nutensägen der Spaltkeil ausgebaut werden muss.

 

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