Gerade Balken für eine Hobelbank?!

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Wer KVH – Konstruktionsvollholz – kauft, wird das meistens für eher grobe Dinge benötigen. Ich habe mir aber 5,5×7,5cm dickes KVH gekauft, um daraus eine Hobelbank mit etwas mehr Substanz als meine Werkbank zu machen.

Bei einer Hobelbank besteht die Tischfläche aus zusammengeleimten – laminierten – Balken und dafür müssen die Balken zwar nicht unbedingt der Länge nach perfekt gerade sein, aber auf jeden Fall rechtwinklig bzw. damit auch an jeder Stelle gleich dick sein. Bei Balken vom OBI ist das aber nicht selbstverständlich! :-(

Richtige Maschinen dafür wären jetzt eine Abrichte und ein Dickenhobel. Für beides habe ich aber weder Platz noch Geld. Also hab ich mir was für meinen kleinen Elektrohobel von Bosch selbst gebastelt.

Man nehme eine 15mm dicke Multiplex/Siebdruckplatte und schneidet einen passenden Ausschnitt so herein, dass der Elektrohobel reinpasst und perfekt sitzt. Den Hobel kann man über die vorgesehenen Führungen z.B. für einen Parallelanschlag wunderbar auf der Platte fixieren. Über eine kurz dahinter befindliche Stellschraube (M8 Schraube mit Flügelmutter, per Einschraubmutter im Holz fixiert) wird der Hobel quasi in den rechten Winkel gezwungen.

Die Vorrichtung ist nur ein Hilfsmittel genau für solches KVH/Balken, ergo sieht sie weder schön aus, noch ist der “Parallelanschlag” besonders clever montiert (einfache Schraubzwingen reichen da völlig). Aber es erfüllt seinen Zweck und die Balken sind danach genau richtig ausgerichtet.

Wo gehobelt wird, fallen Späne. Heutzutage werden die zwar gleich abgesaugt und müssen nicht mehr zusammengekehrt werden, aber sie entstehen trotzdem. :-)

Später mal gibts die Vorrichtung in “länger”, so dass man darauf dann Balken ohne Parallelanschlag plan abrichten kann. Das benötigte ich im Moment aber nicht.

Die Oberseite der Hobelbank ist also demnächst fertig und die Balken für die Unterkonstruktion (7,5x10cm) sowie ein ordentlicher Schraubstock für Holz von Spear & Jackson (der kleine mit 10kg Gewicht) liegen auch schon bereit.

Klappbar wird daran nichts sein, da man für manche Dinge einfach eine massive, nicht wackelnde Bank braucht. Andererseits passt sie mit 1,20m Breite perfekt in eine Ecke meiner Garage. Tief wird sie je nach Balkenzahl der Oberseite zwischen 60 und 70cm sein.

Inspiriert haben mich inbesondere Videos von Paul Sellers, aber im Gegensatz zu Paul, der hauptsächlich mit Handgeräten arbeitet, setze ich eher Maschinen ein. Daher wird es auch keine Hobelbank im klassischen Sinne, sondern eine Mischung aus Hobel- und Werkbank. Auch wird es mit der Zeit etliche Extras geben.

So wird mein Sägetisch in kleinerer Form sozusagen als Beistecktisch zum Anschrauben wesentlich weniger Platz benötigen, da die Fläche der Hobelbank selbst mitgenutzt werden kann. Dafür wiederum wird es einen Parallelanschlag geben, der über die ganze Länge der Bank genutzt werden kann. Ebenso wird es einen Beistecktisch für die Oberfräse geben, so dass daraus schnell eine Tischfräse wird.

Löcher für Bankhaken wird es auch geben, aber nicht im für Hobelbänke üblichen, englischen Maß von 19mm (3/4″) sondern wie schon bei meiner Werkbank im deutschen Maß von 20mm. Allerdings nur im Spannbereich des Schraubstocks (hier eher korrekt als Vorderzange bezeichnet).

Da ich auf eine Hinterzange verzichte, gibt’s je nach Bedarf noch eine Erweiterung nach hinten, so dass die Vorderzange auch für größere Bretter benutzt werden kann. Da bin ich auf ein tolles Video zu einer Mini-Werkbank von Pask Makes gestoßen (etwa ab 9:00 bzw. 13:00 für eine Demonstration).

Auf jeden Fall macht es sehr viel Spaß und ist ein gelungener Ausgleich zur Arbeit. Derzeit härtet es auch gut ab, denn bei 8°C Außentemperatur ist es in der Garage nicht viel wärmer. ;-)

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