(Sommer-) Pause

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In letzter Zeit habe ich recht wenig hier veröffentlicht. Nicht, weil es nichts zu berichten gab, sondern weil es mir durch die DSGVO und andere, tolle Gesetze(sänderungen) mittlerweile zu aufwendig wird, bei jedem Beitrag eine gewisse Rechtssicherheit zu gewährleisten. Daran wird sich auch in nächster Zeit leider nichts ändern – und das ist leider kein Einzelfall.

Das Internet wurde 1989 von Tim Berners-Lee mit dem Gedanken erfunden, Informationen bequem mit einander zu verbinden und abrufbar zu machen. Daraus ergab sich bis heute die Möglichkeit für jedermann, über einen schier unendlichen Pool von Informationen zu verfügen. Die Geschwindigkeit, mit der heute z.B. komplexe Computersprachen zu lernen oder Lösungen für Probleme jeder Art zu finden, hat sich dadurch erheblich gesteigert. Die Idee, beim Bereitstellen von Informationen vorhandene Quellen und auch Medien etc. zu nutzen, war integraler Teil davon. Heute sieht das anders aus.

War es früher Usus, eine angenehme Schriftart für seine Website einzusetzen, darf man das heute – in der EU – aufgrund der DSGVO nicht mehr. Konnte man einfach so mal ein Video in seinen Blog-Beitrag einbinden, gilt das heute als Böse – auch dann, wenn man der Netiquette folgend explizit die Quelle des Videos benannt hat (ähnlich einem Zitat).

Konnte man früher zu einem bestimmten Thema einfach ein Forum eröffnen, in dem sich Gleichgesinnte einfach austauschen konnten – erfordert das heute einen Anwalt. War man auf einer öffentlichen Veranstaltung und wollte im Netz Fotos dazu hochladen, muss man selbst als privater Fotograf mit Post von Anwälten (natürlich mit entsprechenden Klagen, Forderungen, Unterlassungserklärungen, etc.) rechnen.

Wollte man seine Kosten über Werbung oder Partnerprogramme finanzieren – sprich: erwirtschaftet man auch nur den geringsten Betrag mit seinem Internetauftritt – gilt man im Sinne der DSGVO als Unternehmen und hat somit die ganze Palette an Torten im Gesicht. Ich habe das nie gemacht und die Kosten immer selbst getragen, trotzdem wird es viele Internetseiten gegeben haben, die nicht bereit waren, es mit so vielen Torten aufzunehmen.

Meine Ansicht zur EU wird sich durch all das nicht ändern, denn ohne EU werden Länder wie Deutschland international in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Aber all die Gesetze, die die vorhin erwähnten Freiheiten des Internets signifikant schäden – und es werden noch viel mehr folgen – zeigen doch starkes Verbesserungspotential auf. Um es mal politisch absolut korrekt zu formulieren. Weniger korrekt formuliert würde mir dazu sehr, sehr viel einfallen, aber ich halte mich da mal anstandshalber zurück.

Richtig schlimm sind jedoch nicht nur diese Richtlinien der EU, sondern die Tatsache, dass in Ländern wie Deutschland diese quasi ohne weitere Änderungen in Gesetze übernommen werden. Einerseits haben wir also die EU, die Richtlinien mit der Beinote “ist ja nur ein Vorschlag” vorgibt (und als solcher völlig überzogen) und andererseits werden diese dann in Deutschland gemäß der Idee “in Brüssel wird man schon wissen, was man tun” gnadenlos umgesetzt.

So schnell man in Deutschland diese Richtlinien in regelrechter, vorauseilender Gehorsamkeit umgesetzt hat, so langsam – wenn überhaupt – ist man danach bemüht, für Rechtssicherheit zu sorgen. Gemäß dem Motto: lasst das mal die Gerichte klären. So wird es also wieder Jahre dauern, bis der angerichtete Schaden – vielleicht – behoben ist.

Und bis dahin werden immer weitere Blogs wie meiner vor sich hin sterben.

Mir bleibt nur, mich bei Euch fürs Lesen zu bedanken. Neuste Fotos gibt es dann vielleicht mal bei einem Dia-Abend und einem guten Schluck Whisky. Ganz ohne Internet. Ganz ohne EU. Und ganz offline. Ist eh geselliger. Und hinterlässt keinen faden Beigeschmack sondern höchstens einen torfig-holzigen Abgang.

Ein Kommentar

  1. Stefan W. sagt:

    na dann meld ich mich zum DiaAbend an,
    aber einen Whisky in Fassstärke für mich
    du kennst meinen Geschmack ;-)

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