LED-Lampen? LED-Lampen!

Vorab: meine Energiespar-Lampen sind zwischen 12 und 5 Jahre alt und nur wenige sind in dieser Zeit kaputt gegangen (vielleicht drei Stück). Ein paar weitere hatte ich vor einigen Jahren noch günstig auf Ersatz gekauft. Marken-technisch war alles dabei: Philips, Osram, Lightway (Aldi), Ikea, u.v.m. Man kann also sagen: lange gehalten haben sie zweifelsohne, auch die der Billigmarken.

Ab dem ersten Moment hat mich aber die Anlaufzeit gestört. Und ehrlicherweise war eine E-Lampe, auf der „Vergleichbar mit 80 Watt“ stand, nicht wirklich so hell wie eine alte 80 Watt Glühbirne.

Tipp: Retro-Fit: so bezeichnet man Leuchtmittel, das in alte Fassungen mit E14 oder E27-Gewinde passt. Für mich persönlich nach wie vor alternativlos da Lampen, die darauf verzichten, Leuchtmittel meistens fest eingebaut haben. Ist hier das Leuchtmittel defekt, kann man die ganze Lampe entsorgen.

LED-Lampen für E14 und E27-Gewinde sind mittlerweile preislich attraktiv und können wie ich finde überzeugen. Ich habe jedoch den Fehler gemacht, wegen des funzeligen Lichts der E-Lampen zu Beginn zu Tageslicht-LED-Lampen mit 4000 Kelvin statt der mittlerweile üblichen 2700 Kelvin Farbtemperatur zu greifen. Gerade in der Küche, im Bad und im Flur ist das natürlich gut, aber in Wohnräumen unschön.

Tipp: Farbtemperatur: die alten Glühbirnen mit Draht boten allesamt 2700 Kelvin, heute wird das als warm-weiß bezeichnet. Als Tageslicht-farben bzw. als neutralweiß beschreibt man normalerweise eine Farbtemperatur um die 4000 Kelvin. Das früher von einfachen Leuchtstoffröhren bekannte Kaltweiß entspricht dann etwa 6000 bis 6500 Kelvin.

Philips Scene Switch

Wer – wie ich – dennoch gerne die Wahl zwischen verschiedenen Farbtemperaturen und auch Helligkeiten haben möchte, der kann zu den Philips Scene Switch Birnen greifen. Für die Gewinde E27 (Philips 3-in-1 LED Lampe SceneSwitch ersetzt 60W, EEK A+, E27 Standardform, Dimmen ohne Dimmer) und E14 (Philips LED WarmGlow Lampe ersetzt 60 W, E14, warmglow (2200 – 2700K), 806 Lumen, Kerze, dimmbar) erhältlich sind diese über den ganz normalen Schalter quasi dimmbar: zügiges aus- und einschalten schaltet zwischen den verschiedenen Szenen durch wobei die letzte Szene auch dem Ausschalten gemerkt wird. Auf der hellsten Stufe sind sie angenehm hell, aber mit 2700K nicht tageslichtfarben. Auf der dunkelsten Stufe (von drei Stufen bei meinen Ausführungen) mit 2000K schon sehr „heimelich“ und recht nahe an Kerzenlicht.

Mit etwa 7-8€ pro Stück sind die Philips Scene-Switch Birnen zwar nicht günstig, aber für das gebotene absolut in Ordnung. Bei mir ersetzen vier davon die Lampen über meinem Esstisch, in denen bisher vier 20-Watt E-Lampen ihren Dienst taten. Monatlich geht mein Stromverbrauch für diese Lampen von 3,43€ auf 1,12€ zurück (bei 6 Stunden Betriebszeit pro Tag und 23,5 cent/kWh).

Die Scene-Switch-Lampen gibt es in normaler Birnenform und E27 Gewinde als Ersatz für 60 Watt Birnen (verbraucht dann je nach Stufe zwischen 5 und 8 Watt). Es gibt sie auch mit E27 Gewinde als Ersatz für 100 Watt, dann ist die Birne aber deutlich größer und mit 15€ pro Stück relativ teuer. Die 60 Watt E27-Version ist flimmerfrei.

Tipp: flimmerfrei? Günstige LED-Lampen haben ein sehr einfaches Schaltnetzteil im Lampensockel und damit evtl. nicht flimmerfrei. Das Flimmern sieht man zwar nicht direkt, aber bewegt man seine Hand vor der Lampe und schaut dabei auf einen fixen Punkt davor, merkt man das schon.

Auf Dauer könnte das insbesondere dann irritieren, wenn man sich auf z.B. Text konzentrieren muss. In Verbindung mit PWM-gesteuerten TFT-Display – also prinzipiell alle, die nicht explizit damit werben, keine PWM-Methode zur Regelung der Display-Helligkeit zu verwenden – kann das zusätzlich irritieren. Regelt das Display seine Helligkeit per PWM, wird im Prinzip die Hintergrundbeleuchtung schnell ein- und ausgeschaltet. Zwar geschieht das meist außerhalb des erkennbaren Bereichs (ca. 200 Hz), aber wird ein Display sehr dunkel gestellt, bemerkt man es trotzdem.

Somit haben meiner Ansicht nach flimmernde LED-Lampen nichts in Zimmern zu suchen, in denen an Notebooks oder TFT-Displays gearbeitet wird. Zuverlässig erkennbar ist flimmern von LED-Birnen übrigens mit der Handy-Kamera. Dort nicht vergessen, die Anti-Flimmer-Funktion auszuschalten (Anti-Banding auf englisch). ;-)

Nachteilig ist, dass die Philips Scene-Switch Birnen wie (noch) für LED üblich nur einen eingeschränkten Abstrahlwinkel aufweisen. Zu erkennen daran, dass der untere Teil des Kolbens aus lichtundurchlässigem Plastik ist. Strahlt die Lampe, in der die Birne ihren Dienst tut, nach unten, kann das sogar Vorteile haben; an Wandlampen oder Deckenlampen hingegen, in denen die Lampe quer oder mit dem Kolben nach oben montiert wird, können sich ggf. unschöne Schatten bilden.

Fazit: für den Esstisch oder auch die Nachttischlampe eine feine Sache, die ich uneingeschränkt empfehlen kann – sofern der erwähnte, eingeschränkte Abstrahlwinkel kein Problem darstellt.

Günstige LED-Kerzen vom Tedox

Hier gab es sehr günstige E14 Kerzen aus dem lokalen Billig-Baumarkt/Postenbörse: vier Stück für 4 Euro von „Eglo“. Sie ersetzen alte 20 Watt Glüh-Kerzen, verbrauchen dabei nur noch 2 Watt und bringen (lt. Verpackung) 180 Lumen. Sie sehen tatsächlich aus wie die alten Kerzen, da ihr Glaskörper die vollständige Birne/Kerze bildet und die LEDs darin sind in einem gelben Band aufgehängt, so dass der Eindruck einer alten Glühlampe verstärkt wird.

Oben 4 Watt Kerze von Globo mit 4 LED-Streifen, unten 2 Watt Kerze von Eglo

An sich eine tolle Sache, aber eine Kerze aus zwei Packungen war bereits defekt und flimmerfrei sind sie definitiv nicht. In Wandlampen als Ambiente-Licht okay, aber zur direkten Beleuchtung von Tischen etc. wegen des Flimmerns nicht zu empfehlen.

Tipp: Energieeffizienz/Lichtausbeute: wie gut eine Birne übrigens ist, kann man selbst ausrechnen, in dem man den Lumen pro Watt Wert ermittelt. Hat eine typische Birne 800 Lumen und verbraucht dabei reale 8 Watt, erreicht sie 100 Lumen/Watt. Ich meine irgendwo in einem Artikel gelesen zu haben, dass in den nächsten Jahren deutlich effizientere Leuchtmittel möglich sein werden, also auch 120, ja sogar 200 Lumen/Watt. Das wird sich aber zunächst in einem deutlich teureren Preis zeigen und daher lohnt es sich nicht, aus heutiger Sicht auf solche Leuchtmittel zu warten. Trotzdem sollte man bereits heute auf diesen Wert achten und von allzu ineffizienten LED-Birnen Abstand nehmen bzw. effizientere bevorzugen.

Wer es einfach halten möchte: unabhängig vom realen Verbrauch (und die Effizienz ignorierend) sollte man für normale Beleuchtung mindestens 800 Lumen bei E27 Birnen bzw. 400 Lumen bei E14 Kerzen nehmen. Alles darunter eignet sich eher für indirekte Ambiente-Beleuchtung.

Von Globo gibt es eine etwas teurere Variante, die mit 4 Watt und ca. 400 Lumen doppelt so stark leuchten. Hier kosten zwei Stück 8€, mittlerweile ein eher normaler Preis mit 4€/Stück. Sie sind im Gegensatz zu den günstigeren flimmerfrei.

Fazit: sparen kann man bei LED-Lampen insbesondere mit dem im Sockel verbauten Netzteil. Je einfacher (und günstiger) es aufgebaut ist, desto eher flimmerts – und desto kürzer kann auch die Lebensdauer ausfallen. Bei unbekannten Marken (typische Handelsmarken aus China) dürfte weiterhin eine Fünf-Jahres-Garantie (wie bei „Eglo“) eher als Gag zu betrachten sein. Ich gehe nicht davon aus, dass z.B. Tedox nach einem Jahr solche LED-Lampen aufgrund der Garantie zurücknimmt; vielmehr dürfte man die defekte Birne auf eigene Kosten nach China schicken müssen was aufgrund des geringen Kaufpreises und der hohen Portokosten keinen Sinn macht.

Im Vergleich zu Markenware sind diese günstigen Versionen gar nicht mehr günstig: von Philips kosten E14 Kerzen mit 4 Watt und 470 Lumen (vgl. 40-50 Watt Glühkerze) im Viererpack knapp 10€. Wer auf die Ähnlichkeit zur alten Glühkerze Wert legt, findet auch bei Philips was passendes.

Richtig hell – Philips LED-Birne mit 1521 Lumen

Als Ersatz für 100 Watt-Birnen werkeln warmweiße (2700K) Philips E27-Birnen mit 1521 Lumen und 13 Watt Stromverbrauch in den ebenfalls neuen Steinel-Deckenlampen mit Bewegungs- und Dämmerungssensor. Durch die opale Glashaube der Lampen wird das Licht der LED-Birne geringfügig gedämpft und eine Deckenhöhe von 2,80 Meter verlangt nach einer starken Birne. Wenn man es denn gerne hell haben möchte.

Fazit: wer es hell haben möchte, dem kann ich diese LED-Birnen nur empfehlen. Einziger Nachteil ist der etwas geringere Abstrahlwinkel da die Birne im unteren Teil aus lichtundurchlässigem Plastik ist. Das sorgt in den Steinel-Lampen tatsächlich für einen geringfügig sichtbaren Schatten, der aber durch das opale Glas der Lampe weitestgehend zerstreut wird. Die Steinel-Lampen kann ich übrigens sehr empfehlen!

Noch werkelt die neutralweiße Version (4000K) dieser Birne in meiner Küche: dort strahlt sie direkt nach unten und wird nicht durch einen Glaskörper darunter gedämpft. Das sorgt für eine perfekt ausgeleuchtete Küche – mit nur indirekt beleuchteter Decke. Das ist hier aber definitiv kein Nachteil. Ersetzt wird die Lampe aber gegen die gleiche nur in warm-weiß, da ich doch eingesehen habe, dass warmweißes Licht angenehmer ist.

Günstige LED E27-Birnen von V-TAC über Amazon

Tageslicht-farbene E27-Birnen mit 800 Lumen als Ersatz für 80 Watt Lampen – im 6er-Set für unter 11€. Das geht und ist angenehm hell. Leider nicht flimmerfrei, damit aber für Flure oder Kellerbeleuchtung bestens geeignet. Für den gleichen Preis gibt es diese auch in warmweiß!

Hava E27 tagesweiße LED-Birne mit 815 Lumen

Flimmerfrei, dafür mit 5€/Stück wieder deutlich teurer ist eine E27-Birne mit ca. 800 Lumen von Hava. Dort wird explizit mit einem IC-Treiber-Netzteil geworben was Flimmerfreiheit garantieren soll. Flimmern tut sie nicht, wie man an der Bauweise erkennen kann, ist sie – wie derzeit noch überwiegend alle LED-Birnen (und so auch die V-TAC-Birnen) – wegen des eingeschränkten Abstrahlwinkels nicht für alle Lampen geeignet. Bei der Hava wird dieser sogar mit 200° angegeben. Alte Glühdraht-Birnen schafften hier annähernd 360°.

Sparen?

Ich habe mir mal grob ausgerechnet, wieviel ich gegenüber den Energiesparlampen monatlich sparen kann und komme nun auf monatlich 4€ anstatt knapp 8€ Stromkosten für die komplette Beleuchtung, spare also 48€ im Jahr. Das ist nicht viel, aber je nach Marke und Angebot kann man so nach einem Jahr bereits die Anschaffungskosten von LED-Leuchtmittel wieder ‚raus haben. Besonders da Leuchtstoff-Lampen (leider auch wie LED-Lampen) mit den Jahren ihre Leuchtkraft verlieren und sollten je nach dem auch dann ersetzt werden, wenn sie eigentlich noch funktionieren.

Thema RA/CRI-Index

Auf ein Thema bin ich noch nicht eingegangen: Farbechtheit (Wikipedia-Artikel). Sprich: eine Tomate ist bei Kunstlicht auch genauso rot wie bei Sonnenlicht. Dafür gibt es einen Index, der mal als „RA“, mal als „CRI“ Index (gleiche Skala) angegeben wird. Leuchtmittel unter einem Wert von 80 sollten nicht in Wohnräumen eingesetzt werden. Ein Wert von 95 oder höher empfiehlt sich, wenn man auch abends noch farb-kritische Tätigkeiten ausübt, z.B. Foto-Drucke beurteilt.

Hin und wieder finden sich Leuchtmittel beim Discounter Aldi von Müller-Licht mit einem RA-Wert von 95. Mit 5-6€ pro Birne/Kerze geringfügig günstiger sind diese Leuchtmittel für jene attraktiv, die auf eine möglichst farbechte Beleuchtung Wert legen.

Die hier erwähnten Leuchtmittel haben soweit ich das in Erinnerung habe allesamt einen RA-Index von 80.

Haltbarkeit

Ich gehe davon aus, dass die LED-Leuchtmittel ebenso lange halten werden wie die alten Energiespar-Lampen. Das zumindest lässt ein Dauertest bei Stiftung Warentest erahnen (den Link dazu finde ich im Moment nicht). Wenn dem so nicht so ist, wird es einen weiteren Artikel zu diesem Thema geben.

Gesamt-Fazit

Gerade mit den Scene-Switch Birnen von Philips bin ich sehr zufrieden, denn sie ermöglichen normales und Ambiente-Licht in einem. Aber auch die einfachen LED-Lampen sind empfehlenswert, haben sie doch (bis auf die flimmernden) keine erkennbare Einschaltverzögerung. Sparen kann man zwar auch, aber mit 4€ Sparpotential (ggü E-Lampen in meiner Wohnung) dürfte das keine so große Rolle mehr spielen als beim Umstieg von Glühdraht-Lampen auf E-Lampen.

Wer es also wirtschaftlich sieht, sollte seine E-Lampen dann austauschen, wenn sie entweder zuviel Leuchtkraft verloren haben oder schlicht kaputt gehen. Ich persönlich würde dann auch keine verschiedenen Typen in einer Lampe mischen, auch wenn das technisch problemlos möglich ist.

Wer hingegen froh ist, dass man endlich eine bezahlbare Alternative zu den funzeligen E-Lampen findet, sollte zugreifen!

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