Computermäuse – Kategorien

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Computermäuse gibt es in den folgenden Kategorien – die meisten kennt sicher jeder, aber vielleicht kann ich den einen oder anderen doch überraschen.

Billigmäuse

Das sind Mäuse, für die meist kurzlebige, teils recht fantasiereiche Handelsnamen verwendet werden. Sie tummeln sich im Preissegment 5€ bis 15€ und bieten viel Äußerliches bei extrem billigen Innenleben an. Auf Sensorqualität sind diese Mäuse nicht getrimmt, Dead Zones, nicht abschaltbares Angle Snapping sowie zwar viele, aber nicht programmierbare Extra-Tasten sind üblich. Das fürs Spielen wichtige Ändern der Polling Rate ist wegen der fehlenden Software meist nicht möglich.

Marken: ggf. kurzlebige Handelsnamen wie Combaterwing, Zelotes, Allreli, etc.

An sich ok fürs Büro, würden sie meistens nicht so bunt leuchten. Für den Desktop-Betrieb meist tadellos, für Spiele nur bedingt geeignet.

Günstige Mäuse

Das sind preiswerte Mäuse relativ bekannter Marken wie Sharkoon, Hama aber auch Mäuse von Logitech und Microsoft. Im Preissegment 10€ bis 20€. Fehlende Beleuchtung ist hier ein Qualitätsmerkmal. Manche Maus kommt mit Software daher, aber da solche Mäuse meist nur eine geringfügig höhere Verfügbarkeit aufweisen wie die letzte Kategorie, sollte man sich nicht darauf verlassen, bei einem neuen Betriebssystem (oder auch dessen neuste Major-Version wie bei Windows 10) noch funktionierende Software zu haben.

Mit etwas Glück kann man in dieser Kategorie zum Zocken brauchbare Sensoren in der Maus vorfinden. Die Grenze zu Billigmäusen ist jedoch fließend.

Marken: Sharkoon, Titanwolf, etc.

Teure Markenmäuse

Mit Preisen ab 40€ bis hin zu weit über 100€ finden sich hier fast schon Mäuse der Luxus-Kategorie. Leider bezahlt man hier viel den Namen, denn qualitativ entsprechen die Mäuse nicht immer ihrem hohen Preis. Viel Optik, meist ein guter Sensor, gute Ausstattung und eine Software, von der man je nach Hersteller von einer gewissen Langlebigkeit sprechen kann.

Marken: Logitech, früher mal Microsoft, Razer, Roccat, Mad Catz (gibt es leider nicht mehr) etc.

Zockermäuse

Ja, das ist nicht die gleiche Kategorie wie teure Markenmäuse. Hier tummeln sich Mäuse, denen man eine deutlich bessere Haltbarkeit und bessere Sensoren nachsagt. Gutes muss nicht – kann aber teuer sein.

Diese Mäuse glänzen nicht mit buntem Erscheinen sondern wirken schlicht und simpel. Dafür bieten sie fast immer einen sehr guten Sensor und brauchbare Tasten und kommen meist ohne extra Software aus. Ich kann mich an eine Maus erinnern, bei der man sogar die Polling Rate direkt per Schalter einstellen kann.

Marken: Zowie, tt eSports, Fnatic Gear, etc.

Tipp

Wenn du eine simple Maus für die tägliche Desktop-Arbeit suchst, kannst du mit allen Kategorien nichts falsch machen. Schwierig wird es nur, wenn man beim Zocken merkt, dass die bisherige Maus nicht fein genug reagiert. Die ersten Suchanfragen leiten einen fast immer zur Kategorie teure Markenmäuse und meist fährt man damit auch nicht schlecht. Ärgerlich finde ich nur, dass man selbst bei sehr guter Pflege eine solche Maus selten länger als drei Jahre nutzen kann bevor die ersten Ausfallerscheinungen auftreten.

Sucht man eine gute Zockermaus und hat keine Lust mehr auf teure Markenmäuse, sollte man seine Suche zunächst über den Sensor ausrichten. Auf dieser Seite werden z.B. gute Sensoren vorgestellt und auf dieser gibt es eine (vermutlich nicht mehr ganz so aktuelle) Liste von entsprechenden Mäusen. Es lohnt sich aber immer, bei einer potentiellen, neuen Maus den Sensor herauszufinden und mal nachzuforschen, ob der was taugt. Ist bei einer Maus nicht zu ermitteln, welcher Sensor darin verbaut ist, sollte man die Finger davon lassen.

So scheinen die Sensoren 3310, 3360, 3090 oder 3988 ganz ordentlich zu sein (auch wenn die Meinung über den 3310 gespalten zu sein scheint). Vom 9800 bzw. 9500 hingegen wird oft abgeraten; dieser ist z.B. in einer Sharkoon Draconia verbaut. Diese hatte ich vor Jahren mal getestet und war damals mit dem Sensor zufrieden; zurückgeschickt hatte ich sie, da mir zu klein war und sie wegen der vertikalen Texturierung an den Seiten zu ungriffig war.

Warum es bei Sensoren meist nur noch um die Nummer geht, wird ebenfalls in diesem Artikel erklärt.

Außer Konkurrenz: Gesundheitsmäuse

Das sind Mäuse in besonderer Form, z.B. vertikale Mäuse, Joystickmäuse, Fingertip-Mäuse. Meist sehr teuer bei simpler drei Euro fünfzig Technik. Teuer sind sie hauptsächlich wegen geringer Auflagen und der meist geschützten, einzigartigen Form.

Meine Erfahrungen mit diesen Mäusen: bedingt hilfreich. Wer wirklich gesundheitliche Probleme hat, sollte primär zum Arzt gehen, eine OP nicht scheuen, sich an die Physiotherapie halten und sich lieber ein Gelpad für die Tastatur und die Maushand nehmen. Pausen im Arbeitsalltag sind unabdingbar. Mir hat außerdem eine ergonomische Tastatur (z.B. Microsoft Natural 4000) mehr geholfen als eine entsprechende Maus. Mit einer Gaming Maus (egal ob teure Markenmaus oder Zockermaus) fährt man meist besser, da man Gesundheitsmäuse meist bzgl. DPI, Polling Rate, Sensitivity oder – auch in diesem Fall sehr wichtig: programmierbare Tasten kaum konfigurieren kann.

Nicht immer muss es übrigens ein gutes Zeichen sein, wenn ein Produkt von oder mit Ärzten entwickelt wird, wie ich diesen Sommer zum Thema Sattel fürs Fahrrad feststellen musste: ein Stufensattel von SQLab war für mich der reinste Horror! Insofern gilt hier oft das Zitat von Kurt Tucholsky: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.

Fazit

Welche Maus man letztlich benutzt und ob man dabei mit einer Billigmaus glücklich wird oder ob es eine Übermaus von z.B. Zowie sein muss, hängt von vielen Faktoren ab. Wichtig finde ich, dass man – sofern man Wert darauf legt – alle Optionen kennt. Hört auf euer Gefühl und auf euren Körper: die bunteste Maus mit zig Knöpfen taugt nichts, wenn damit der Arm oder die Hand weh tut. Eine Maus muss nicht schön sein, sie muss problemlos zu benutzen sein.

Wenn ihr am besten mit einer bunten, auffälligen Maus zurechtkommt, nutzt sie auf der Arbeit – auch wenn ihr seltsame Kommentare bekommt. Vor meiner Logitech G9x hatte ich die Mad Catz R.A.T. 7 im Einsatz (bei der die ganzen Schrauben im Gegensatz zu Billigmäusen mit ähnlichem Aussehen tatsächlich nutzbar waren), das sorgte beim Kunden immer für ein meist positiv verlaufendes Gespräch! :)

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