Fazit: Thermy Energiespar-Regler

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Vor genau einem Jahr wurden Energiespar-Regler von Thermy (Aldi Süd) gekauft; hauptsächlich, um per Zeitsteuerung gemütlich geheizte Räume zu haben. Ergebnis nach dem letzten Winter: weitere 16% Heizkosten gespart. Das klingt zwar nicht viel, aber so haben sich die Anschaffungskosten bereits nach einem Winter gelohnt.

Unbedingt empfehlen kann ich eine zusätzliche Einstell-Möglichkeit in Form eines Bluetooth- oder USB-Sticks. Ich habe mich für den Bluetooth-Stick entschieden, den ich mit meinem Smartphone mit der EuroProg-App sehr einfach programmieren kann. Dabei gibt es jedoch ein paar Feinheiten zu beachten, die mir so nicht direkt klar waren.

Auf der App kann man beliebig viele Profile anlegen und jedes Profil lässt bis zu vier Heizperioden pro Tag zu. Eine vereinfachte Einstellung (Montag bis Freitag und Wochenende) erleichtert das Einstellen. Wer gerne bereits den Freitag als “Wochenende” deklarieren möchte (z.B. Freitags Home-Office), sollte dennoch zunächst die vereinfachte Programmierung nutzen und danach auf “täglich individuell” umstellen; so muss dann nur noch der Freitag angepasst werden.

Achtung: zwar kann man in der App eine Heizperiode von 0 Uhr bis 8 Uhr angeben, aber der Regler selbst ignoriert eine Heizperiode, die mit 0:00 Uhr beginnt, d.h. eine solche Periode wird nicht berücksichtigt (auf dem Regler-Display wird diese Periode auch in der oberen Zeitleiste 0-24 Uhr nicht angezeigt)! Möchte man also im Schlafzimmer von 21 Uhr bis 6 Uhr morgens heizen, müssen zwei Heizperioden angegeben werden: von 21:00 bis 24:00 und von 0:10 (nicht 0:00) bis 8:00.

Ist man mit verschiedenen Profilen fertig – ich habe wegen verschiedener Offset-Temperaturen (dazu gibt es einen eigenen Artikel) je eines pro Heizkörper angelegt – können bis zu 10 Profile auf einmal auf den Stick übertragen werden. Irritierend dabei ist, dass der Stick hierfür an einem Thermy-Regler angeschlossen sein muss, um mit Strom versorgt zu werden. Aber: bei der Übertragung vom Smartphone auf den Stick findet keine Programmierung des Reglers statt, an den der Stick gerade angeschlossen ist!

Ist die Übertragung zwischen Smartphone und Stick abgeschlossen und hat der Stick aufgehört zu blinken, kann man das Smartphone weglegen; man sollte sich jedoch merken oder notieren, welches Profil welche Nummer bekommen hat (z.B. “Schlafzimmer” auf P 02). Ab jetzt verhält sich der Stick so, als hätte man ihn gerade an einen Regler angeschlossen.

Wurde der Stick vom Regler erkannt, erscheint “P 01” auf dem Regler-Display und per Wahlrad kann man zwischen den Profilen auswählen, die zuvor vom Smartphone auf den Stick übertragen wurden. Wurden also z.B. nur 6 Profile übertragen, kann man nun auf dem Regler auch nur ein Profil zwischen 1 und 6 wählen.

Hat man das entsprechende Profil ausgewählt und mit der Taste “OK” bestätigt, sollten die programmierten Zeiten, die Absenk- und Heiz- sowie Offset-Temperatur und ggf. Urlaubszeiten auf dem Regler eingestellt sein. Achtung: manchmal schlägt eine Programmierung fehl und der Regler verhält sich merkwürdig, zeigt z.B. nur noch “AUS” an oder das Ventil wird ständig auf- und zugedreht o.ä. In diesem Fall den Programmierstick wieder neu mit dem Regler verbinden und erneut programmieren.

Für weitere Regler mit dem Stick zu programmieren benötigt man also kein Smartphone mehr; es reicht, den Stick mit dem Regler zu verbinden und auf dem Display das passende Profil auszuwählen.

Mich persönlich stört nur eines, nämlich dass die Offset-Temperatur mit dem Profil mit programmiert wird; damit ist ein Profil immer an einen bestimmten Regler gebunden. Andererseits kann man die gefundene Offset-Temperatur z.B. per Dymo-Label auf den Regler kleben und nach einer Programmierung einfach manuell wieder einstellen. Wäre die Offset-Temperatur bei der Programmierung ausgenommen, wären Profile etwas universeller einsetzbar.

Das wohl nicht anders positionierbare Display, das sich je nach Lage des Heizkörpers nur schwer einsehen lässt wäre durch eine Display-Beleuchtung wesentlich komfortabler zu nutzen, fehlt aber ebenso. Dafür kostet der Regler jedoch nur knapp 13€, der Programmier-Stick ca. 20€. Letzterer gibt es neben der von mir verwendeten Bluetooth-Variante auch als USB-Variante und ist damit über einen PC programmierbar.

Müsste ich den Regler ohne Programmierhilfe direkt einstellen, insbesondere pro Tag individuell, würden mich die schlecht bedienbaren Tasten ohne Tastpunkt sowie das nur träge reagierende Rädchen, mit dem Temperatur und Heizzeiten eingestellt wird, gehörig nerven. Empfehlen kann ich die Regler also jedem, der auch einen der beiden Programmiersticks (USB an PC oder per Bluetooth und App) einsetzen kann.