Frühaufsteher

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Der gute Vorsatz, mal morgens früh für Fotos aufzustehen, wurde heute arg auf die Probe gestellt und ob es sich lohnen würde, da hatte nicht nur ich meine Zweifel. Die Sonne kam nicht heraus, daher sah die Landschaft bei weitem nicht so aus, wie ich mir das dachte. Aber da wir nunmal heute morgen um 5.30 aufgestanden sind, sollten wir auch Bilder machen. Trotz leichtem Regen.

Ich bin mir heute immerhin über ein paar Dinge klar geworden. Zum einen geht nichts über ein wirklich gutes Stativ. Das Manfrotto 055XProB ist zwar lang, klobig und relativ schwer – habe ja nur die Alu-Variante, damals waren mir weitere 200€ Aufpreis für die Carbonfaservariante schlicht zu teuer – aber um Standfestigkeit muss man sich damit keine Sorgen machen. Evtl. gönne ich mir mal den Kugelkopf, da der Dreiwegeneiger schon ein ziemlicher Trumm ist.

Der zweite Punkt ist ISO-Rauschen. Man sieht im Netz manchmal Bilder, die sind so dermaßen scharf, dass man es eigentlich kaum glauben kann. Natürlich fällt man da auch auf aufwendige Retousche herein, aber die Basis für ein scharfes Foto ist nunmal auch ein scharfes Foto, auch wenn mehr oder weniger sichtbar nachgeholfen wird. Das sehe ich im kleinen ja schon bei Lightroom: ein bisschen an den Reglern gedreht, schon hat man eine Verbesserung. Wohlgemerkt, ein bisschen. Zu heftig wirds relativ schnell, dann sind Details einfach weggebügelt. Aber: mich störte bisher hauptsächlich das Farbrauschen, und da war meine 350D relativ schnell dabei. Mit der habe ich daher die Jahre nur mit ISO 100, evtl. mal ISO 200 Bilder gemacht, da sie ab ISO 400 für mich unerträgliche Bilder machte. Die 70D ist da wie ich finde viel besser, doch kommt heute auch das bequeme Entfernen eben dieses Farbrauschens per Lightroom dazu. Hätte ich damals schon LR verwendet, hätte es durchaus hier und da weitere, interessante Bilder gegeben.

Die Körnung durch hohe ISO-Werte – hat man das Farbrauschen einmal korrigiert – finde ich nicht nicht allzu störend. Natürlich versucht man, in LR auch das Rauschen zu reduzieren, aber doch sehr schnell kommt die Grenze, an der dann auch eben Details verloren gehen. Daher habe ich einige Freihand-Bilder heute morgen eher behutsam entrauscht. Ich finde, es sind ein paar schöne dabei, irgendwie scheint die übrig gebliebene “Körnung” doch auch dazu zu passen. Ich denke jedenfalls nicht, dass mir die Körnung eines Bildes den Spaß an einem Foto verdirbt, wenn es dann in 80x60cm in meinem Wohnzimmer hängt. Das Farbrauschen hingegen schon.

Vielleicht denke ich später mal anders darüber, aber im Moment versuche ich mich, von Dogmen der Fotografie zu lösen. Und dazu gehört auch, dass viele ein Bild gleich abhaken, weil es verrauscht wirkt, ohne sich weiter mit dem Bildinhalt zu beschäftigen. So machen das nach meiner Erfahrung hauptsächlich andere Fotografen; Qualitätsmerkmale stehen über allem, sogar der Idee, die der Fotografierende dabei hatte. Das ist sehr schade aber auch ich habe aus der Workflow-Routine heraus diese Scheuklappen manchmal auf. Da muss man sich ganz bewusst von lösen!

Genug darüber geschrieben, hier nun die Bilder: